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Neues von der Caritas-Großbaustelle

Millionenprojekt am Stadteingang: ein Jahr Verzug, ein weiteres Gewerk eröffnet, Aachener Geschäftsstelle zieht ein

Neubau in Industrie-Optik: An der Aachener Straße entsteht neben dem jetzigen Gelände der Caritas ein Neubau, der die alte Lederfabrik in den Schatten stellen wird. Foto: BB Architekten

Der Umzug an der Aachener Straße beginnt im Sommer 2020

Eschweiler

Der Caritas-Neubau am westlichen Stadteingang ist ein Millionenprojekt, das ein Jahr in Verzug ist. Eine der guten Nachrichten: Der Betrieb erhält ein neues Gewerk, das in diesem Jahrzehnt quasi zwangsläufig dazukommen musste.

Die Caritas ist mit ihrem großen Bauvorhaben an der Aachener Straße ein Jahr hinten dran. Anders als geplant, wird der etwa 14,5-Millionen-Euro teure Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Kerkhoffs erst ab Juli 2020 bezogen. Sichtbar sind die Arbeiten auf der Brachfläche neben dem aktuellen Betrieb der Caritas Betriebs- und Werkstätten (CBW) erst seit Ende Januar, derzeit wird das Fundament gegossen, Ende Mai soll der Grundstein gelegt werden.

Kehrseite des Aufschwungs

Wie CBW-Geschäftsführer Michael Doersch erklärt, habe es so lange gedauert, einen passenden Rohbauer zu finden. 30 Anfragen hätte die Caritas gestellt – in die engere Auswahl kamen nach mehreren Monaten aber nur zwei Betriebe mit konkreten Angeboten. „Als wir 2012 in Würselen neu gebaut haben, lief das ganz anders“, sagt Michael Doersch. „Damals haben wir 25 Anfragen gestellt, aber am Ende schnell 35 Angebote gehabt.“

Die Verzögerung, die die Caritas bei ihrem Großprojekt erlebt, ist – aus Auftraggebersicht – die negative Seite der guten Konjunktur im Baugewerbe. Die Kosten sind in den vergangenen knapp zwei Jahren der Planung von zwölf Millionen Euro um gut 2,5 Millionen Euro gestiegen. „Wir haben den Bau während der Detailplanung etwas erweitert“, nennt Doersch einen Grund neben den typischen Kostenentwicklungen in der Baubranche. „Ich gehe aber stark davon aus, dass wir die Summe von 14,5 Millionen Euro dann nicht mehr überschreiten werden.“

Service für Digitalisierung

Das soll’s aber schon gewesen sein mit den schlechten Nachrichten, die Michael Doersch mitteilen kann über die Baustelle, die er aus seinem Büro gut im Blick hat. Zwei Neuigkeiten kann der Geschäftsführer verkünden. Die erste: Im Sommer 2020 wird die Geschäftsstelle der Schwesternfirma Caritas Lebenshilfe von Aachen nach Eschweiler umziehen. Das wirkt sich insofern auf den Neubau aus, dass das längliche Verwaltungsgebäude des Komplexes durchgängig eine zweite Etage erhält. Das ursprüngliche Konzept sah vor, dass nur die Hälfte zweistöckig sein sollte. „Wir sprechen von etwa 400 Quadratmetern zusätzlich“, sagt Michael Doersch.

Die zweite Neuigkeit: Die Betriebs- und Werkstätten (siehe Infobox) werden um ein Gewerk bereichert. Stand jetzt sollen 15 bis 20 Mitarbeiter in den Bereich „Aktenvernichtung und Digitalisierung“ einsteigen, ein Gewerk also, dass in der heutigen Zeit mehr oder weniger zwangsläufig nötig geworden ist. Da für diese Arbeiten sehr viele Gesetze und Regeln gelten – Stichwort Datenschutz – kümmere sich die Caritas derzeit um sämtliche Zertifizierungen. Als erster Auftraggeber kommt, wie hätte es auch anders sein sollen, die katholische Kirche infrage, erklärt Michael Doersch. „Wir bieten die Dienstleistung aber auch für alle anderen Unternehmen an. Wir wollen in diesem Bereich ein Komplettanbieter werden, also angefangen von der Abholung der ganzen Akten.“

Der Standort Eschweiler wäre in der Städteregion dann der erste mit diesem Gewerk. Eventuell würde Kohlscheid folgen, das sei laut Doersch aber von der Entwicklung auf dem Markt abhängig, der letztlich auch entscheidet, wie viele Arbeiter in Eschweiler in diesem Gewerk tätig sein werden.

"Wir wollen Komplettanbieter werden, angefangen von der Abholung der Akten."
Michael Doersch, CBW-Geschäftsführer, über das Gewerk Digitalisierung

Der Neubau an der Aachener Straße soll am westlichen Eingang zur Innenstadt ein Blickfang werden. Der Komplex wird im Industriedesign daherkommen, er wird quasi eine Kopie des Caritas-Vorzeigebaus in Würselen, weil die CBW einen Wiedererkennungswert haben sollen, betont Doersch. Konzeptionell wird es auch eine Parallele geben: Die neue Mensa in Eschweiler soll analog zu der in Würselen an gemeinnützige Institutionen für Veranstaltungen vermietet werden. „Wir wollen uns immer weiter öffnen, in Würselen sind wir sehr aktiv, was das angeht“, sagt Geschäftsführer Michael Doersch. Das Catering und den Service für die Veranstaltungen würden die Mitarbeiter der Werkstätten übernehmen.

Was ändert sich sonst noch alles mit dem großen Neubau? Nach Aussagen von Michael Doersch werden die einzelnen Bereiche mehr Lagerfläche erhalten; die Sicherheit aller Mitarbeiter wird sich im Außenbereich erhöhen, weil die Zufahrten insbesondere für Lkw vergrößert werden und somit Rangierverkehr verhindert werden soll. Die Räume und Arbeitsbereiche aller Mitarbeiter sollen mit dem Nebau stark aufgewertet und an ihre Ansprüche angepasst werden.

So bekommt der Werkstattrat, der sich um die Belange der Mitarbeiter mit Behinderung kümmert, ein eigenes Büro. „Wir wollen die Arbeit für alle optimieren. Es haben sich viele Kleinigkeiten ergeben, die für eine große Summe an Veränderungen sorgen werden“, betont Michael Doersch. Das jetzige CBW-Gelände ist eine ehemalige Lederfabrik, das Hauptgebäude mehr als 110 Jahre alt – schön ist anders, auch der Außenbereich ist nicht der schönste für Pausen. Das soll sich ab Sommer 2020 mit einer großen Hochterrasse Richtung Inde und abseits der lärmenden Hauptstraße künftig ändern.

 

 

Info

1270 Menschen mit Handicap, acht Werke

Die Mitarbeiter der CBW sind in unter anderem in folgenden Bereichen tätig: Montage und Verpackung, Metallverarbeitung, Elektromontage, Druckerei, Holzverarbeitung, Wäscherei, Bürodienstleistungen, Bäckereiservice, Herstellung und Verpackung von Medizinprodukten (etwa Einmalsets mit Scheren für die Chirurgie) und in heilpädagogischen Arbeitsbereichen.

Die Caritas betreibt acht Werke an sechs Standorten in der Städteregion. Insgesamt sind 1270 Menschen mit einer Behinderung angestellt. 270 Menschen ohne Handicap arbeiten in Verwaltung und Gruppendienst. 95 Menschen mit Handicap sind auf betriebsintegrierte Arbeitsplätze eingesetzt. In Eschweiler arbeiten 290 Menschen mit und 70 ohne Handicap.

 

Von Carsten Rose, Aachener Zeitung, 08. April 2019

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